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„Die Zielstrebigkeit hat uns überzeugt“

IT-Systeme zu planen und Software zu entwickeln ist für viele junge Erwachsene sehr interessant. Das Berufsfeld der Informatik und IT hat auch Abdullah Alfayad aus Syrien fasziniert. Aktuell macht eine Ausbildung als Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung bei BIG5 Concepts GmbH in Osnabrück.

Osnabrück. Abdullah Alfayad hat eine klare Vorstellung von seiner Zukunft. Er möchte ein Softwareunternehmen gründen. „Mit diesem Anliegen hat er sich bei uns beworben. Seine Zielstrebigkeit hat uns überzeugt“, sagt Geschäftsführer Alexander Franksmann und benennt die wesentlichen Möglichkeiten, um als Softwareentwickler tätig zu werden: „Ein Studium oder eine Ausbildung.“ Franksmann, selbst Fachinformatiker, schätzt am dualen Berufsbildungssystem die hohe Lernerfahrung. 80 % seines Teams hätten die Ausbildung im Betrieb abgeschlossen, berichtet er. Eine Ausbildung biete den Vorteil, problemorientiert zu lernen und zu arbeiten. Davon profitiert auch Alfayad, der von Clemens John, Ausbildungsbeauftragter und Softwareentwickler, unterstützt wird. Beide tauschen sich regelmäßig über die Themen der Berufsschule aus. „Das ist zugleich eine gute Möglichkeit, um kommunikative Kompetenzen zu üben“, sagt John. Umgekehrt könne er inhaltlich an das anschließen, was im Berufsschulunterricht vermittelt wird. Gerade erst, ist zu hören, habe man sich über die Vor- und Nachteile von Programmiersprachen ausgetauscht.

Über die Erfahrungen mit Geflüchteten als Auszubildender berichtete BIG5 Concepts übrigens kürzlich bei einem Netzwerktreffen in der IHK. Deutlich wurde, dass eine Ausbildung einen Mehraufwand an Betreuung bedeuten kann. Für Unternehmen sei es deshalb ratsam zu klären, welches Ziel mit der Einstellung verfolgt wird. „Wenn Bewerber wie Herr Alfayad wissen, warum und mit welcher langfristigen Perspektive sie die Ausbildung aufnehemn, so kann die Unterstützung ein großer Gewinn sowohl für Auszubildenden als auch das Unternehmen werden“, sagen Franksmann und John. Zu bedenken sei auch, dass das duale Ausbildungssystem in vielen Herkunftsländern unbekannt ist. Zugewanderten fällt es daher schwer, die Berufswahl bei ihren Familien zu begründen. (ahk)

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